17.07.2026

Ergebnisse des Wiederaufbaus der Ukraine: Die Zahlen, die Kuleba als Erbe hinterließ

Die Regierung wechselt – doch der Beton härtet weiter aus. Am 16. Juli stimmte die Werchowna Rada für eine neue Zusammensetzung des Ministerkabinetts, und am selben Tag verließ Vizepremierminister für Wiederaufbau der Ukraine und Minister für Gemeinde- und Gebietsentwicklung Oleksij Kuleba sein Amt. Beim Abschied hielt er keine Reden über die Herausforderungen der Kriegszeit – stattdessen veröffentlichte er trockene Statistiken: wie viele Straßen, Brücken und neue Wohnungen im Land während seiner zweijährigen Amtszeit entstanden sind. Genau das sind die Ergebnisse des Wiederaufbaus der Ukraine, die nicht Politiker interessieren, sondern jene, die täglich mit Bauplänen in der Hand auf die Baustellen gehen.

Für die Baubranche ist ein Führungswechsel im zuständigen Ministerium immer ein Moment der Anspannung: Bleibt das Finanzierungstempo erhalten, werden Ausschreibungen nicht gestoppt, wird das Begonnene zu Ende gebracht? Deshalb sollten die Abschlusszahlen des Entwicklungsministeriums nicht als Rückblick gelesen werden, sondern als Beschreibung des Auftragsportfolios, das dem neuen Team als Erbe übergeben wird.

Die Ergebnisse des Wiederaufbaus der Ukraine in Zahlen des Entwicklungsministeriums

Nach Angaben von Oleksij Kuleba wurde während seiner Amtszeit Folgendes erreicht:

  • über 500.000 Familien erhielten Wohnungsunterstützung oder Entschädigungen für zerstörten oder beschädigten Wohnraum; weiteren mindestens 100.000 Familien soll bis Ende 2026 geholfen werden;
  • über 18 Millionen Quadratmeter Straßen wurden repariert;
  • über 30 zerstörte Brücken wurden wiederhergestellt, größtenteils in frontnahen Gebieten;
  • der Bau der Nordumfahrung von Riwne wurde abgeschlossen – 14,5 km neue Trasse im Wert von fast 2 Milliarden Hrywnja; die 2019 begonnenen Arbeiten waren durch den umfassenden Krieg unterbrochen worden;
  • über 3000 Objekte wurden rekonstruiert und modernisiert;
  • 230 Millionen Euro wurden von der Europäischen Investitionsbank für die Entwicklung der Straßeninfrastruktur eingeworben;
  • das internationale Portfolio des Ministeriums umfasst 60 Abkommen über mehr als 8,5 Milliarden Dollar, davon 3,2 Milliarden Dollar, die in den letzten zwei Jahren für 38 Wiederaufbauprojekte eingeworben wurden;
  • das Unterstützungsprogramm für frontnahe Gebiete wurde für 216 Gemeinden gestartet, mit fast 200 neuen Partnerschaften;
  • für die Reform der lokalen Selbstverwaltung wurden im Rahmen der Ukraine Facility 1,16 Milliarden Euro eingeworben.

Die Straßensanierung in der Ukraine läuft nicht in Einzelaktionen, sondern über ein Finanzierungssystem

Hinter diesen trockenen Zeilen stehen Tausende von Auftragnehmern, Planern und Materiallieferanten, für die jeder Punkt der Liste eine konkrete Ausschreibung auf Prozorro, einen konkreten Vertrag und eine konkrete Brigade auf der Baustelle bedeutet. Die Wiederherstellung von Brücken, die Sanierung von Straßen und der Umbau von Krankenhäusern beruhen nicht auf einmaligen Aktionen, sondern auf einem Finanzierungssystem, an das bereits die Europäische Investitionsbank, die Ukraine Facility und der Staatshaushalt angeschlossen sind. Genau dieses System – und nicht ein bestimmter Name im Ministerbüro – bestimmt, wie viel Arbeit es in der Branche in den kommenden Monaten geben wird.

Staatliche Wiederaufbau-Ausschreibungen laufen trotz Regierungswechsel weiter

Die neue Regierung unter Premierminister Serhij Koretskyj hielt bereits am 16. Juli ihre erste Sitzung ab und hat ihre Arbeitsprioritäten festgelegt. Ob die neue Kabinettsbesetzung das Tempo beim Wiederaufbau von Brücken, Straßen und Krankenhäusern halten kann, wird das kommende Jahr zeigen – doch der Umfang der bereits laufenden internationalen Programme und geschlossenen Abkommen schafft einen Puffer, der sich durch eine einzelne Personalentscheidung nicht schnell zerstören lässt.

Unabhängig davon, wer das Entwicklungsministerium in diesem Jahr leitet – Straßen, Brücken und Krankenhäuser benötigen gleichermaßen Auftragnehmer, die fähig sind, ein Projekt bis zur Abnahme des Objekts zu Ende zu bringen. Genau ein solcher Partner des Staates versucht das Team von SpezServis seit über einem Vierteljahrhundert zu sein.

Quelle: Ekonomitschna Prawda

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