24.07.2026

Zurückstellung von Einzelunternehmern 2026: Kann man die Mobilisierung umgehen

Stellen Sie sich vor: Ein Unternehmer zahlt jahrelang Steuern, ist Einzelunternehmer der zweiten Gruppe, betreibt eine kleine Werkstatt – und ist fest davon überzeugt, damit genug für den Staat zu tun, um eine Zurückstellung zu erhalten. Dann erfährt er: Das Gesetz sieht ihn schlicht nicht vor. Eine Zurückstellung für Einzelunternehmer (FOP) ist in der Ukraine Stand 2026 rechtlich unmöglich – weder für sich selbst noch für angestellte Mitarbeiter.

Das Thema schmerzt hunderttausende Ukrainer, die sich für das vereinfachte Steuersystem statt für eine Anstellung entschieden haben. Manche warten auf Gesetzesänderungen, andere haben sich bereits als GmbH (TOV) neu registriert, wieder andere hoffen einfach auf eine Zurückstellung aus anderen Gründen. Wir legen die Fakten offen: Was ist erlaubt, was nicht.

Was das Gesetz sagt: Zurückstellung von Einzelunternehmern und Beschluss Nr. 76

  • Der Beschluss des Ministerkabinetts Nr. 76 vom 27. Januar 2023 (mit späteren Änderungen) räumt das Recht, Listen zur Zurückstellung einzureichen, ausschließlich den Leitern juristischer Personen ein – Unternehmen, Einrichtungen, Organisationen.
  • Ein Einzelunternehmer besitzt diesen Status nicht: Ein FOP ist eine natürliche, keine juristische Person, weshalb er nicht in das Einheitliche Staatsregister der zurückgestellten Wehrpflichtigen aufgenommen wird.
  • Das betrifft selbst jene Einzelunternehmer, die in für Wirtschaft oder Verteidigung kritisch wichtigen Branchen tätig sind – der FOP-Status allein verschafft keinen Zugang zum Mechanismus der Zurückstellung.
  • Auch angestellte Mitarbeiter eines Einzelunternehmers bleiben außen vor: Ein FOP kann sie, anders als ein Arbeitgeber mit GmbH-Status, nicht zurückstellen lassen – wiederum wegen des fehlenden Status als juristische Person.
  • Eine Ausnahme bildet ein separater Aufschub (keine Zurückstellung) für Einzelunternehmer, die unmittelbar staatliche Verteidigungsaufträge oder Aufträge der Streitkräfte ausführen – über ein eigenes Verfahren bei den zuständigen Behörden.

Worin sich die Zurückstellung von Einzelunternehmern von jener angestellter Mitarbeiter unterscheidet

Der Unterschied ist hier nicht formal, sondern grundsätzlich. Ein angestellter Mitarbeiter in einem kritisch wichtigen Unternehmen kann theoretisch eine Zurückstellung erhalten: Der Arbeitgeber als juristische Person führt die Wehrerfassung, ist in der Einheitlichen Liste kritisch wichtiger Unternehmen aufgeführt, hält die Quote ein – üblicherweise höchstens 50 % wehrpflichtiger Mitarbeiter bestimmter Kategorien – und reicht Listen über „Diia“ oder das Verteidigungsministerium ein. Bei einem FOP gibt es diesen Mechanismus schlicht nicht, denn die gesamte Kette ist um die juristische Person als Arbeitgeber aufgebaut, nicht um den Unternehmer als natürliche Person.

Deshalb registrieren Unternehmer, denen der Erhalt von Team und Produktion entscheidend wichtig ist, zunehmend eine GmbH: Das dauert über „Diia“ ein bis zwei Tage, und der Gründer erhält automatisch die Rechte eines Leiters einer juristischen Person – einschließlich der Möglichkeit, sich selbst und Mitarbeiter nach den allgemeinen Regeln zurückstellen zu lassen.

Wird sich die Zurückstellung von Einzelunternehmern demnächst ändern

Das Wirtschaftsministerium erkennt das Problem öffentlich an und arbeitet an Änderungen, die die wirtschaftliche Zurückstellung auf Einzelunternehmer ausweiten sollen – vor allem auf IT-Fachkräfte und Gig-Auftragnehmer, deren Arbeit für die Wirtschaft kritisch ist. Doch Stand Mitte 2026 bleibt das auf der Ebene von Gesetzentwürfen und Schreiben der Behörde, nicht als geltende Norm. Solange der Beschluss Nr. 76 nicht direkt geändert wird, bleiben Einzelunternehmer außerhalb des Zurückstellungssystems – trotz aller Versprechen und öffentlichen Erklärungen.

Für ein reales Unternehmen mit Team liegt die Lösung nicht im Warten auf Änderungen, sondern im Status als Arbeitgeber mit juristischer Person: Genau dieser öffnet schon heute den Zugang zur legalen Zurückstellung von Mitarbeitern.

Arbeit mit offizieller Zurückstellung bei „SpecServis“

„SpecServis“ ist ein kritisch wichtiges Bauunternehmen, daher sieht ein Teil unserer Stellenangebote eine offizielle Zurückstellung von der Mobilisierung für die Dauer des Arbeitsvertrags vor. Die Liste der aktuellen Stellenangebote wird regelmäßig aktualisiert.

Mehr zu den Arbeitsbedingungen auf der Seite Karriere bei SpecServis.

Quelle: FOP kann für sich selbst oder seine Mitarbeiter keine Zurückstellung von der Mobilisierung erhalten — dtkt.ua

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