Noch im Frühjahr konnte die Buchhalterin dem Werkstattleiter selbstsicher sagen: Dieser Mann mit dieser militärischen Fachrichtung erhält keine Zurückstellung, da könne man sich noch so bemühen. Im Sommer 2026 war diese Regel Geschichte. Seit dem 3. Juli erlaubt der Staat die Zurückstellung von Wehrpflichtigen unabhängig von Dienstgrad, Alter und militärischer Fachrichtung – und Personalverantwortliche mussten die neuen Kriterien praktisch über Nacht lernen.
Die Frage, wer Anspruch auf Zurückstellung hat, beschäftigt inzwischen nicht nur Unternehmensleiter, sondern auch die Männer selbst, die täglich in der App „Diia“ nachsehen, ob dort ein Status aufgetaucht ist. Wir ordnen ein, was sich geändert hat und wen es betrifft.
Wer nach den neuen Regeln Anspruch auf Zurückstellung hat
Die Grundlage für die Zurückstellung bilden Artikel 25 des Gesetzes „Über die Mobilisierungsvorbereitung und die Mobilisierung“ sowie der Beschluss des Ministerkabinetts Nr. 76 vom 27. Januar 2023, der im Sommer 2026 durch die Beschlüsse Nr. 692 und Nr. 862 wesentlich umgeschrieben wurde. Hier sind die Gruppen, die derzeit unter die Zurückstellung von der Mobilisierung fallen.
- Leiter von Ministerien und ihre Stellvertreter, Mitarbeiter der Patronatsdienste, Beamte der Kategorien „A“ und „B“ in Organen der Staatsgewalt und der örtlichen Selbstverwaltung.
- Mitarbeiter von Unternehmen mit offiziell bestätigtem Status als kritisch wichtig für Wirtschaft oder Verteidigung – unabhängig von Dienstgrad, Alter und militärischer Fachrichtung des Mitarbeiters.
- Landwirte – wobei die Schwelle gestiegen ist: eine Landbank ab 1000 Hektar (zuvor 500) und ein Jahresumsatz ab 40 Mio. UAH (zuvor 20 Mio.).
- Hersteller von Technik und Ausrüstung ukrainischer Herkunft, deren Produkte in die Liste des Wirtschaftsministeriums aufgenommen sind.
- Mitarbeiter von Verteilnetzbetreibern, Kohleabbau- und -verarbeitungsunternehmen sowie einzelnen Energieunternehmen – für sie gelten gelockerte Gehaltsbedingungen.
Die Hauptvoraussetzung für jede dieser Kategorien ist ein offizieller Arbeitsvertrag und ein Platz in der Liste, die der Arbeitgeber über „Diia“ erstellt. Eine zweite, weniger offensichtliche, aber entscheidende Voraussetzung ist das Durchschnittsgehalt im Unternehmen. Bis zum 31. August 2026 liegt die Schwelle bei 21.617,50 UAH, ab dem 1. September steigt sie auf 25.941 UAH.
Wer keinen Anspruch auf Zurückstellung hat
Die Liste der Ausnahmen zu kennen ist ebenso wichtig wie zu verstehen, wer Anspruch auf Zurückstellung hat – sonst riskiert die Personalabteilung, Unterlagen vergeblich einzureichen.
- Mitarbeiter von Unternehmen ohne bestätigten Status als kritisch wichtig oder ohne erneute Bestätigung der Kritikalität.
- Personen ohne offizielle Anstellung – eine Zurückstellung wird nur bei einem Arbeitsvertrag gewährt, nicht bei einem zivilrechtlichen Vertrag oder „auf Zuruf“.
- Männer, die ihre Daten der Wehrerfassung im Rekrutierungszentrum nicht aktualisiert haben: Ohne aktuelle Daten wird keine Zurückstellung ausgestellt.
- Personen, die als gesucht gemeldet sind – bis sie von den Listen gestrichen werden; es gibt einen speziellen Regelungsmechanismus, den man aber nur einmal jährlich und innerhalb von 45 Tagen nutzen kann.
- Wehrpflichtige, die beim Sicherheitsdienst oder den Aufklärungsbehörden erfasst sind – für sie gilt eine eigenständige, separate Zurückstellungsordnung.
- Personen, die bereits eine Zurückstellung über ein anderes Unternehmen haben: Seit dem 3. Juli 2026 wird eine Person nur an einem Arbeitsplatz berücksichtigt – dort, wo die Betriebszugehörigkeit länger ist, nicht bei einer Nebentätigkeit.
Die schärfste Frist steht noch bevor – der 1. September 2026. Alle geltenden Entscheidungen zur Kritikalität eines Unternehmens gelten nur bis zu diesem Datum, und bestätigt eine Firma ihren Status nicht rechtzeitig erneut, verliert sie automatisch das Recht, Menschen zurückzustellen – egal wie wichtig deren Arbeit ist. Für ein Unternehmen, das kritische Infrastruktur baut, ist das keine Papierformalität, sondern die Frage, ob morgen noch ein Team auf der Baustelle steht.
Die Regeln werden sich weiter ändern – im vergangenen Jahr hat das Ministerkabinett sie mindestens dreimal umgeschrieben. Die Kritikalität des eigenen Unternehmens im Blick zu behalten, ist ebenso wichtig wie die Fristen für die Objektübergabe.
Arbeit mit offizieller Zurückstellung bei „SpecServis“
„SpecServis“ ist ein kritisch wichtiges Bauunternehmen, daher sieht ein Teil unserer Stellenangebote eine offizielle Zurückstellung von der Mobilisierung für die Dauer des Arbeitsvertrags vor. Die Liste der aktuellen Stellenangebote wird regelmäßig aktualisiert.
Mehr zu den Arbeitsbedingungen auf der Seite Karriere bei SpecServis.

