04.08.2026

Unterirdische Schulen in Saporischschja: Wie die Frontregion Kinder auf den 1. September vorbereitet

Mittags heult in Saporischschja die Sirene – und Schüler laufen nicht nach Hause, sondern steigen Treppen hinab, dorthin, wo mehrere Meter unter der Erde Schulbänke stehen, eine Tafel funktioniert und eine eigene Belüftung läuft. Für Tausende Kinder der Frontstadt ist das längst kein Extremfall mehr, sondern ein gewöhnlicher Septembermorgen – und hinter dieser Alltäglichkeit stehen Monate voller Betonarbeiten, Planung und termingerechter Fertigstellung.

In wenigen Wochen beginnt im Gebiet Saporischschja ein neues Schuljahr, und ob die Kinder in diesem Sommer tatsächlich vor Ort in der Schulbank sitzen werden, entscheiden nicht nur die Lehrer, sondern vor allem die Bauleute. Bei einem Briefing zur Vorbereitung des regionalen Bildungswesens auf das Schuljahr 2026/2027 berichtete die Leiterin der Abteilung für Bildung und Wissenschaft der Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, Olena Kasannikowa, welche Objekte rechtzeitig fertiggestellt wurden – und die Zahlen sprechen für sich. Für die lokale Verwaltung und Auftragnehmer, die an frontnahen Aufträgen arbeiten, ist das eine Art Zwischenbericht: Wie viel wurde geschafft, was ist noch im Bau und welche Fristen sind realistisch, wenn unter Beschuss gebaut wird.

Unterirdische Schulen in Saporischschja: Die Zahlen des Briefings

Die wichtigsten Punkte:

  • im Gebiet gibt es 276 Schulschutzräume;
  • 262 davon wurden in den letzten vier Jahren generalsaniert;
  • dank des erweiterten Netzes an Schutzbauten erhalten täglich fast 20.000 Kinder Präsenzunterricht;
  • bis zum neuen Schuljahr werden sechs unterirdische Schulen fertiggestellt – drei völlig neue Objekte, deren Bau in diesem Jahr begann, und drei weitere, die früher begonnen wurden und der Fertigstellung nun näherkommen;
  • ab August starten Sommerbildungsprogramme für Oberstufenschüler.

„In vier Jahren haben wir 262 Schutzräume saniert. Das sind enorme Ausgaben, aber wir müssen das tun, denn hinter jedem Objekt steht ein lebendes Kind”, sagte Kasannikowa.

Warum die Sanierung von Schulschutzräumen auch Bauwesen ist

Unterirdische Schulen in Saporischschja sind längst keine provisorische Kriegslösung mehr. Es ist ein eigenständiger Typ des Hochbaus – mit eigenen Planungsnormen, Anforderungen an Belüftung, Stromversorgung und Autonomie bei Ausfällen. Ein solches Objekt zu errichten ist schwieriger und aufwendiger als eine gewöhnliche Schule: Unter der Erde gelten andere Belastungen für die Konstruktion, eine andere Logistik beim Betonieren, andere Fertigstellungstermine. Genau deshalb sind von den sechs Objekten, die die Region bis zum 1. September fertigstellen möchte, drei noch in Arbeit – die Termine diktiert hier nicht der Wunsch, es bis zur Schulglocke zu schaffen, sondern die Physik des Bauprozesses.

Was das für die Baubranche bedeutet

Für Auftragnehmer ist diese Geschichte ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich der Inhalt des Begriffs „Schulbau” während der Kriegsjahre verändert hat. Die Planung und Errichtung von Schutzbauten ist zu einem eigenen Bereich öffentlicher Beschaffung geworden, und Unternehmen, die mit unterirdischen Konstruktionen und technischem Schutz umgehen können, sind in frontnahen Gebieten eine gefragte Ressource. Saporischschja ist nur eine Region, doch ihre Erfahrung wird bereits in anderen Gebieten studiert, wo vor dem neuen Schuljahr dieselbe Frage auftaucht: Wie sichert man Kindern gleichzeitig Unterricht und Sicherheit? Für öffentliche Auftraggeber ist das auch eine Lektion für die Zukunft: Die Generalsanierung eines Schutzraums oder der Bau einer unterirdischen Schule sollte nicht wenige Wochen vor der Schulglocke, sondern als mehrjähriges Infrastrukturprojekt mit eigenem Budget, Auftragnehmer und Zeitpuffer für Unvorhergesehenes geplant werden.

Während die einen Schutzräume in Quadratmetern zählen, zählen die anderen Kinderlächeln, die zum gewohnten Schulleben zurückkehren. Und das ist wohl der genaueste Indikator dafür, dass der Wiederaufbau des Landes nicht nur auf großen Fernstraßen, sondern auch unter der Erde weitergeht, mehrere Meter tief, wo gerade jemandes erste Septemberfeier fertiggestellt wird.

Quelle: ZNAJ.UA

Читайте також

Всі новини

Стежте за нами в соцмережах

Новини, кейси та життя команди «СпецСервіс»

Наші проєкти

Всі проєкти