10.07.2026

Schutzraumsanierung in Kyjiw: Hauptstadt stellt über 1,1 Milliarden UAH für den Schutz der Menschen bereit

Stellen Sie sich einen Keller vor, in den bei Alarm täglich Hunderte Menschen flüchten – Schulkinder mit Rucksäcken, Großmütter mit Gehhilfen, Büroangestellte mit dem Laptop unter dem Arm. Noch vor zwei Jahren war ein solcher Keller oft nur eine gewöhnliche Abstellkammer mit Rohren und Spinnweben. Heute sind das ausgestattete Räume mit Bänken, Beleuchtung und Lüftung – und genau für solche Umbauten hat Kyjiw dieses Jahr über eine Milliarde UAH gefunden.

Die Schutzraumsanierung in Kyjiw ist kein abstrakter Haushaltsposten für das Bauwesen, sondern eine tägliche Sicherheitsfrage für drei Millionen Einwohner der Hauptstadt. Und gleichzeitig ein konkretes, transparentes Arbeitsfeld für Bauunternehmen, das die Bezirksverwaltungen jedes Jahr über öffentliche Beschaffungen verteilen.

Was Sicherheit kostet: Haushaltszahlen zur Schutzraumsanierung in Kyjiw

Über die bereitgestellten Mittel berichtete der amtierende Erste Stellvertreter des Leiters der Kyjiwer Stadtverwaltung (KMDA) Petro Panteljejew. Die wichtigsten Zahlen:

  • Über 1,1 Mrd. UAH sind im Haushalt Kyjiws für 2026 für Bau, Sanierung und Ausstattung von Schutzräumen und Bunkern vorgesehen.
  • In den Jahren 2022–2025 hat die Stadt bereits rund 7 Mrd. UAH für diese Arbeiten aufgewendet, davon 4,5 Mrd. UAH direkt für die Sanierung und ordnungsgemäße Ausstattung der Objekte.
  • Seit Beginn der umfassenden Invasion wurden in der Hauptstadt fast 3.000 Schutzbauten saniert.
  • Derzeit sind in Kyjiw über 4.300 Schutzräume in Betrieb.

Wer für den Bau und die Sanierung von Schutzbauten verantwortlich ist

Die Mittel aus dem Stadthaushalt bleiben nicht bei einer einzigen Behörde – sie gehen an die Bezirksverwaltungen, denn diese sind für die Zivilschutzobjekte auf ihrem Gebiet verantwortlich: von der Generalsanierung von Kellern in Schulen bis zur Einrichtung neuer Strahlenschutzbunker in Kindergärten. Priorität haben Gebiete, in denen Schutzräume am stärksten fehlen: Schlafviertel ohne U-Bahn-Stationen, entlegene Wohnkomplexe, dicht besiedelte Bereiche.

Ein Teil dieser Zivilschutzobjekte ist kein Sanierungs-, sondern ein Neubauprojekt. So wurden im Bezirk Darnyzja bereits zwei neue Strahlenschutzbunker an Kindergärten in Betrieb genommen, und ähnliche punktuelle Projekte entstehen in jedem Bezirk einzeln, abhängig davon, wie dicht das Gebiet bebaut ist und ob in der Nähe ein Tiefgaragenparkplatz oder eine U-Bahn-Station vorhanden ist, die ebenfalls als Schutzraum dienen können.

Was das für die Bauindustrie bedeutet

Für Auftragnehmer ist das ein Signal der Stabilität dieses Marktsegments und keine einmalige Mittelzuweisung. Vier Jahre in Folge steigt das Finanzierungsvolumen für Schutzbauten, und die Beschaffungen selbst laufen über Prozorro auf Ebene jeder einzelnen Bezirksverwaltung – Unternehmen sollten daher Ausschreibungen nicht nur in einem großen Wettbewerb, sondern parallel in zehn Stadtbezirken verfolgen. Das ist ein Markt, in dem nicht die lauteste Werbung gewinnt, sondern der Ruf eines Auftragnehmers, der ein Objekt pünktlich und ohne Beanstandungen der Aufsichtsbehörden abliefert. Zudem beschränken sich die Anforderungen an die Schutzräume selbst längst nicht mehr auf Wandfarbe: Es geht um ordnungsgemäße Belüftung, Notbeleuchtung, Sanitäranlagen und sogar um die Barrierefreiheit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität – der Haushalt Kyjiws finanziert damit faktisch kleine, aber technisch anspruchsvolle Objekte, bei denen der Preis eines Fehlers des Auftragnehmers nicht in einer Strafe, sondern in der Sicherheit von Menschen gemessen wird.

Hinter diesen trockenen Haushaltszahlen steckt eine ganz alltägliche, aber lebenswichtige Arbeit: einen kalten Keller in einen Ort zu verwandeln, an dem ein Mensch den Alarm abwarten kann, ohne die Minuten in Angst zu zählen. Genau aus solchen punktuellen, manchmal unauffälligen Objekten setzt sich der Wiederaufbau des Landes zusammen – nicht nur aus großen Brücken und Fabriken, sondern aus jedem Schutzraum, der qualitätsgerecht und pünktlich fertiggestellt wird.

Quelle: Interfax-Ukraine

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