Jahrelang war der einzige „Verbindungsweg“ zwischen dem ukrainischen Jampil und dem moldauischen Cosăuți nur der Blick über den Dnister – eine Fähre verkehrt hier schon lange nicht mehr, und die nächste Umfahrung kostete Stunden. Die Menschen der beiden Ufer, die seit Jahrhunderten Handel trieben, heirateten und einander besuchten, waren durch den Fluss faktisch getrennt. Jetzt stehen bereits die ersten Pfeiler über dem Wasser, und ein Drittel der Arbeit liegt hinter ihnen.
Für die Grenzgemeinden der Region Winnyzja ist das nicht nur eine Infrastrukturnachricht – es ist die Chance, verlorene Logistik zurückzugewinnen. Für öffentliche Auftraggeber und die Baubranche ist es ein Beispiel dafür, dass das „Große Bauprogramm“ auch unter den schwierigen Bedingungen von Krieg und Haushaltsdefizit weiterläuft. Und für das Land insgesamt ist es ein weiterer Baustein der Integration in das europäische Verkehrsnetz.
Die Brücke Jampil-Cosăuți in Zahlen
Fakten, die von der Gebietsverwaltung Winnyzja und unabhängigen Medien bestätigt werden:
- Die Länge des Brückenübergangs beträgt 1309 Meter, zwei Fahrspuren mit Gehwegen auf beiden Seiten
- Der Bau begann vor einigen Monaten, etwa ein Drittel der geplanten Arbeiten ist bereits abgeschlossen – Pfeiler und ein Teil der Stahlkonstruktionen wurden montiert
- Die Fertigstellung des Projekts ist für Oktober–November 2026 geplant
- Die Ausschreibung für den Bau gewann die Unternehmensgruppe „Awtostrada“, wie der Leiter der Gebietsverwaltung Winnyzja, Serhij Borsow, mitteilte
- Aus dem Reservefonds des Staatshaushalts 2026 wurden 383,8 Mio. Hrywnja für den Bau einer temporären technologischen Brücke bereitgestellt, die für die Errichtung der Hauptbrücke benötigt wird
- Das Projekt ist Teil der Strategie zur Entwicklung und zum Ausbau der Grenzinfrastruktur mit den EU-Ländern und der Republik Moldau bis 2030 sowie des Plans zur Integration ukrainischer Straßen in das europäische TEN-T-Netz
- Am neuen Übergang wird ein gemeinsamer ukrainisch-moldauischer Grenzübergangspunkt eingerichtet, der auf ukrainischem Territorium liegt
- Nach der Eröffnung verkürzt sich die Route zwischen der Region Winnyzja und dem moldauischen Soroca um 28 Kilometer
Was der Grenzübergang Jampil-Cosăuți verändert
Entscheidend sind hier nicht die Meter Beton, sondern dass die Brücke den Grenzübergang Jampil-Cosăuți endgültig aus der Kategorie „irgendwann versprochen“ in die Kategorie „fast fertig“ überführt. Das ist ein direkter Korridor Kyjiw-Chișinău unter Umgehung langer Umfahrungen, ein neuer Kanal für Transit, Warenverkehr und Personenverkehr – und ein zusätzliches Argument für Unternehmen, die Grenzgemeinden als Wachstumspunkt statt als Sackgasse betrachten.
Besonders wichtig: Bis vor kurzem existierte das Projekt jahrelang nur auf dem Papier und wurde durch fehlende Finanzierung ausgebremst. Dass jetzt bereits Pfeiler im Dnister stehen und sich die Frist statt auf 2027 auf Ende 2026 verschoben hat, ist ein Signal: Der Staat ist in der Lage, den Wiederaufbau der Grenzinfrastruktur nicht nur anzukündigen, sondern auch bis zu Beton und Stahl umzusetzen.
Solche Projekte erinnern daran, dass das Land selbst unter Beschuss weiterhin Brücken baut – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. SpezServis erlebt täglich, wie wertvoll jedes fertiggestellte Objekt für Gemeinden ist, die lange auf Veränderungen gewartet haben.
Quelle: 24 Kanal

