14.08.2026

Wiederherstellung der Schulen von Kyjiw: 107 Einrichtungen werden bis zum 1. September saniert

Die Schulglocke am 1. September wird in Kyjiw für fast alle Schulen der Hauptstadt läuten – doch „fast” ist hier das Schlüsselwort. Die Wiederherstellung der Schulen von Kyjiw wurde diesen Sommer zu einem Wettlauf der Bauarbeiter gegen den Kalender: Eine durch Beschuss zerstörte Einrichtung musste wieder zur Schule werden, bevor die Kinder sich an ihre Pulte setzen. Für manche wird es eine gewöhnliche erste Unterrichtsstunde sein. Für andere die erste Stunde in einem Klassenzimmer, das noch im Frühjahr ohne Fenster war.

Das ist keine abstrakte Zeile in einem weiteren Bericht, sondern konkrete Arbeit an konkreten Dächern, Fenstern und Fernwärmeleitungen. Für die Stadtverwaltung, Auftragnehmer und Eltern geht es um eine einzige Deadline – den 1. September, und gerade jetzt wurde bekannt, wie nah die Hauptstadt diesem Termin gekommen ist.

Wiederherstellung der Schulen von Kyjiw: 107 Einrichtungen werden bis zum 1. September saniert

314 Bildungseinrichtungen wurden in den Kriegsjahren beschädigt

Nach Angaben der Kyjiwer Stadtverwaltung wurden seit Beginn der groß angelegten Invasion 314 Bildungseinrichtungen in Kyjiw beschädigt. Allein im laufenden Jahr 2026 gerieten 107 von ihnen unter Beschuss – praktisch jede zehnte Bildungseinrichtung der Hauptstadt. Der stellvertretende Leiter der Stadtverwaltung, Valentyn Mondrijewskyj, teilte mit, dass derzeit gleichzeitig an 47 Schulen und 41 Kindergärten Wiederherstellungsarbeiten laufen.

  • 314 Bildungseinrichtungen in Kyjiw seit 2022 beschädigt
  • 107 Objekte 2026 durch Beschuss beschädigt
  • 47 Schulen und 41 Kindergärten werden derzeit saniert
  • 5 Schulen werden die Sanierung nicht bis zum 1. September abschließen

Wiederherstellung der Schulen von Kyjiw: 107 Einrichtungen werden bis zum 1. September saniert

Fünf Schulen, die es nicht bis zur Schulglocke schaffen

Trotz der Mobilisierung von Baubrigaden konnten nicht alle Objekte den Zeitplan einhalten. Im Bezirk Schewtschenkiwskyj werden die Schulen Nr. 101, Nr. 73 und Nr. 199 bis zum Beginn des Schuljahres nicht fertig saniert sein. Im Bezirk Darnytskyj betrifft das das Lyzeum Nr. 160 und die Förderschule Nr. 10. Für diese Einrichtungen wird der 1. September nicht das Ende der Sanierung markieren, sondern den Start eines gemischten Unterrichts: Ein Teil des Unterrichts findet in Präsenz statt, ein Teil per Fernunterricht, während die Bauarbeiter fertigstellen, was bis zur Schulglocke nicht mehr fertig wurde. Die übrigen Schüler dieser fünf Einrichtungen müssen sich einige Wochen an einen Stundenplan gewöhnen, der nicht nur von der Schulglocke abhängt, sondern auch vom Zeitplan für den Einbau von Fenstern und Dach.

 

Wiederherstellung der Schulen von Kyjiw: 107 Einrichtungen werden bis zum 1. September saniert

Was die Wiederherstellung der Schulen von Kyjiw für die Stadt unter Beschuss bedeutet

Die Zahl „jede zehnte Schule” klingt beunruhigend, doch dahinter verbirgt sich noch eine andere Geschichte: Die Stadt zählt die Zerstörungen nicht nur, sondern behebt sie systematisch. Die gleichzeitige Sanierung von 88 Bildungsobjekten bedeutet Logistik für Tausende Bauarbeiter, Dutzende Auftragnehmer und Materiallieferanten, die unter Bedingungen arbeiten, in denen sich der Beschuss morgen wiederholen kann. Dächer werden neu gedeckt, Fenster eingesetzt und Fernwärmeleitungen verlegt, ohne Garantie, dass nicht morgen schon wieder alles von vorn begonnen werden muss – und genau darin liegt der überzeugendste Beweis für die Widerstandsfähigkeit der Bauwirtschaft der Hauptstadt: dass die Sanierung beharrlich weitergeht.

Bezeichnend ist auch, dass die überwiegende Mehrheit der 107 in diesem Jahr beschädigten Einrichtungen den Termin trotzdem einhält. Die fünf Schulen im gemischten Format sind kein Scheitern des Zeitplans, sondern ein ehrliches Eingeständnis dafür, wie dicht die diesjährige Sanierungssaison war: Gleichzeitig wurden Dächer gedeckt, Fenster ausgetauscht, Fernwärmeleitungen verlegt und Unterlagen für Dutzende einzelne Objekte vorbereitet, von denen jedes seine eigene Bau-Geschichte mit eigenen Lieferfristen für Material und eigenen Baubrigaden hat.

Während einige Brigaden noch die Wände in den Klassenzimmern des Bezirks Schewtschenkiwskyj streichen, kalkulieren andere bereits das Material für die nächste Sanierungssaison – denn der Wiederaufbau endet, wie jedes große Bauvorhaben, nicht mit einer einzigen Schulglocke. Er läuft täglich weiter, auf Dutzenden Baustellen im ganzen Land.

Quelle: Portal von Kyjiw (Stadtverwaltung)

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