24.07.2026

Sanierung eines Kindergartens in der Region Poltawa: die Geschichte der „Romaschka“ in Kotelwa

Der Kindergarten „Romaschka“ in der Siedlung Kotelwa in der Region Poltawa empfing noch im vergangenen Jahr seine achtzig Schützlinge mit alten Fenstern, durch die es zog, und einem Dach, das längst eine Reparatur nötig hatte. Die Sanierung des Kindergartens hat das alles in weniger als einem Jahr verändert – und ist heute eines der wenigen Beispiele dafür, dass internationale Finanzierung tatsächlich bei einem konkreten Gebäude in einer konkreten Siedlung ankommt, statt nur eine Zeile in einem Bericht zu bleiben.

Für lokale Gemeinden und Bauunternehmen, die mit staatlichen und internationalen Auftraggebern zusammenarbeiten, ist die Geschichte von Kotelwa ein praktisches Beispiel dafür, wie die Kofinanzierung über die Europäische Investitionsbank funktioniert. Das ist keine einmalige Wohltätigkeit, sondern ein Modell, das Dutzende andere Siedlungs- und Stadträte wiederholen können, die Mittel für Schulen, Krankenhäuser und Kindergärten suchen.

Sanierung des Kindergartens: was in Kotelwa getan wurde

Die Arbeiten an der „Romaschka“ betrafen praktisch das gesamte Gebäude. Das hat sich geändert:

  • das seit Jahren reparaturbedürftige Dach wurde erneuert
  • energieeffiziente Fenster und Türen wurden eingebaut
  • die Versorgungsnetze, Fassaden und Innenräume wurden erneuert
  • neue Möbel und Ausstattung für die Gruppenräume wurden angeschafft
  • die Räumlichkeiten wurden an die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen angepasst

Die Einrichtung besuchen 80 Kinder, darunter auch Familien von Binnenvertriebenen, und im Kindergarten arbeiten 15 Mitarbeiter. Die Gesamtkosten der Modernisierung betragen 526.000 Euro.

Finanzierung durch die EIB: Wer die Modernisierung des Kindergartens bezahlt hat

Den Hauptteil der Summe – 438.000 Euro – stellte die Europäische Investitionsbank bereit. Weitere 88.000 Euro steuerte die lokale Gemeinde bei: Ohne diesen Beitrag hätte das Projekt möglicherweise nicht vom Fleck kommen können, denn die internationale Finanzierung funktioniert hier gerade als Kofinanzierung, nicht als vollständige Kostenübernahme.

Das Projekt wurde im Rahmen des von der EIB finanzierten Wiederaufbauprogramms für die Ukraine (Ukraine Recovery Program) umgesetzt. Nach Angaben der Bank hat die EIB im Rahmen von drei Wiederaufbauprogrammen bis Juli 2026 insgesamt 740 Mio. Euro für die Modernisierung von Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern, Wohnhäusern, Heizungs- und Wasserversorgungssystemen in der gesamten Ukraine bereitgestellt. Kotelwa ist nur einer von vielen Punkten auf dieser Karte, doch genau an solchen Beispielen zeigt sich, wie sich große Zahlen in ein konkretes, warmes Dach über konkreten Kindern verwandeln.

Warum solche Projekte für Gemeinden im ganzen Land wichtig sind

Für die Baubranche ist das Modell aus Kotelwa nicht weniger interessant als für Pädagogen. Es zeigt klare Spielregeln: Eine Gemeinde, die bereit ist, in ihrem Haushalt einen Kofinanzierungsanteil einzuplanen, erhält Zugang zu einer deutlich größeren externen Ressource. Energieeffizienz und Barrierefreiheit sind hier kein Wunsch, sondern eine Standardanforderung an das Projekt – und genau diese Messlatte sollte man schon zu Beginn bei Kostenvoranschlägen und Projektunterlagen berücksichtigen.

Für kleinere Siedlungsräte, die keine eigene Erfahrung in der Zusammenarbeit mit internationalen Finanzinstitutionen haben, ist das Beispiel Kotelwa zudem ein Hinweis darauf, dass solche Projekte durchaus auch außerhalb der Gebietszentren realistisch sind.

Ein sanierten Gebäude allein ändert die Statistik des Wiederaufbaus des Landes nicht. Doch jedes solche Projekt ist ein Beweis dafür, dass das Geld internationaler Partner tatsächlich bei den Kindern ankommt, die dort jeden Tag hingehen, und nicht in Dokumenten versickert. Für die Baubranche ist das zugleich ein Signal: Die Nachfrage nach hochwertiger, energieeffizienter Sanierung sozialer Einrichtungen in den Gemeinden wird noch lange anhalten.

Quelle: Interfax-Ukraine

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