29.07.2026

Krankenhaus-Sanierung in Krywyj Rih: Stadt eröffnet neuen Trakt mit 99 Betten

Ein Zimmer für zwei – für ein krankes Kind und einen Elternteil daneben, mit eigener Klimaanlage, Fernseher und Kühlschrank. Vor einem Jahr klang das in einer Infektionsabteilung noch nach Luxus. Heute ist es einfach ein neues Stockwerk in Krywyj Rih: Die Sanierung des Krankenhauses in Krywyj Rih wurde zum Schlussakkord einer jahrelangen Modernisierung eines der größten medizinischen Komplexe des Gebiets Dnipropetrowsk.

Es ist zugleich ein seltenes Beispiel dafür, wie eine Gemeinde einen großen Bau vollständig aus eigenen Mitteln finanzieren kann, ohne Spendergelder oder Kreditlinien. Für eine Branche, die es gewohnt ist, jede Tranche internationaler Hilfe genau zu zählen, ist das ein beachtenswertes Argument.

Es geht um den Hauptgebäudekomplex des kommunalen gemeinnützigen Unternehmens „Infektionskrankenhaus Nr. 1 Krywyj Rih” in der Jurij-Kaminskyj-Straße. Die Einrichtung arbeitete jahrelang in einem heruntergekommenen Gebäude, bis die Stadt den gesamten Krankenhauskomplex schrittweise umbaute – und das Hauptgebäude wurde zur letzten und umfangreichsten Bauphase.

Zuvor hatte die Stadtverwaltung von Krywyj Rih die Einrichtung bereits teilweise modernisiert: Sie kaufte neue Diagnosegeräte, darunter ein Röntgensystem und ein Ultraschallgerät, und sanierte einzelne Abteilungen. Die Generalsanierung des Hauptgebäudes – die größte und teuerste Phase dieses Programms – zog sich über mehrere Jahre und mehrere Beschaffungsrunden hin, bevor sie in diesem Sommer ihren Abschluss fand.

Krankenhaus-Sanierung in Krywyj Rih: Was genau in Betrieb genommen wurde

Die Fertigstellung des Objekts prüften persönlich der Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexandr Hanzha, und der Leiter des Exekutivkomitees des Stadtrats von Krywyj Rih, Olexandr Wilkul. Nach Angaben, die von der offiziellen Website des Stadtrats und mehreren unabhängigen lokalen Medien bestätigt werden, hat der erneuerte Trakt folgende Kennzahlen:

  • 99 Betten im neuen Trakt – 81 für Patienten und 18 für den gemeinsamen Aufenthalt von Eltern oder Angehörigen, die kranke Kinder betreuen;
  • eine eigene Sauerstoffstation und ein modulares Heizhaus für autonome Wärmeversorgung;
  • Systeme für Energieunabhängigkeit im Fall von Stromausfällen;
  • vollständige Barrierefreiheit;
  • Krankenzimmer mit Funktionsbetten, Klimaanlagen, Fernsehern und Kühlschränken;
  • die Arbeiten wurden praktisch vollständig aus dem Haushalt von Krywyj Rih finanziert.

Der Trakt hat bereits die ersten Patienten aufgenommen. Ärzte, die das Ergebnis begutachtet haben, bezeichnen die erneuerte Einrichtung als modernen medizinischen Hub mit breiten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten – hier können nun sowohl Kinder als auch Erwachsene unter Bedingungen behandelt werden, die zuvor schlicht nicht möglich waren.

Warum das für andere Gemeinden wichtig ist

Die Modernisierung medizinischer Infrastruktur während des Krieges wird meist mit Geberprogrammen assoziiert – der EU, USAID, einzelnen Partnerregierungen. Der Fall Krywyj Rih ist gerade deshalb wertvoll, weil er ein anderes Modell zeigt: ein kommunaler Haushalt, der über mehrere Jahre hinweg verplant wurde, und eine konsequente Umsetzung der Generalsanierung ohne Pause für die Suche nach externer Finanzierung.

Für andere Städte und Gemeinden, die derzeit ihre Haushaltsprogramme für 2027 aufstellen, ist das ein praktisches Signal: Eine Generalsanierung eines Krankenhauses dieser Größenordnung – mit Sauerstoffstation, Heizhaus und autonomer Stromversorgung – lässt sich tatsächlich aus eigener Kraft durchführen, wenn man sie in Etappen aufteilt und nicht Jahr für Jahr verschiebt. Und für Bauunternehmen, die mit staatlichen und kommunalen Auftraggebern arbeiten, ist das ein weiterer Beweis dafür, dass öffentliche Aufträge für medizinische Infrastruktur auch in den schwierigsten Haushaltsperioden nicht verschwinden.

Solche Projekte schaffen es selten in die Schlagzeilen der nationalen Medien, doch genau aus ihnen setzt sich der Wiederaufbau zusammen – ein fertiggestellter Trakt, eine Gemeinde, die die Mittel in ihrem eigenen Haushalt gefunden hat.

Quelle: Informator Krywyj Rih

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