Im grenznahen Owrutsch, wo im vergangenen Jahr eine Rakete einen Kindergarten zerstörte, steht heute ein neues modulares Gebäude mit Solarpaneelen auf dem Dach und einem eigenen Schutzraum. Vor Kurzem hätte das noch wie ein Versprechen aus einem weiteren Entwicklungsprogramm geklungen. Heute ist es ein fertiges Objekt, das internationalen Partnern auf dem Wiederaufbauforum der Region Schytomyr vorgestellt wurde.
Am 26. August fand in Owrutsch bereits das fünfte internationale Forum zum Wiederaufbau der Region Schytomyr statt — und diesmal verschob sich der Schwerpunkt von Versprechen hin zu Konkretem. Für lokale Gemeinden, Auftragnehmer und ausländische Geber ist dies das seltene Format, bei dem Projektunterlagen, Geld und der politische Wille, die Sache bis zu Beton und Ziegel voranzutreiben, an einem Ort zusammenkommen. Und für die Region insgesamt ist es eine Generalprobe vor dem Hauptereignis: der sechsten Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine, die im Frühjahr 2027 in Tallinn stattfindet.
Wiederaufbauforum der Region Schytomyr: Was den Gemeinden gezeigt wurde
Den Hauptteil der Veranstaltung bildete die Präsentation der ersten 12 Projekte, die acht Gemeinden der Region gemeinsam mit dem Staatlichen Notdienst, der Nationalpolizei, der Polytechnischen Hochschule Schytomyr und der Gesundheitsabteilung der Gebietsmilitärverwaltung vorbereitet hatten. Während solche Foren früher eher Schaufenster waren, setzten die Organisatoren diesmal bewusst auf die Aktivität der Gebietsgemeinden selbst — sie, nicht nur die Region, traten als Autoren der Projektanträge auf.
Die wichtigsten Zahlen des Forums:
- 26. August 2026, Stadt Owrutsch, Norden der Region Schytomyr;
- 12 Projekte von 8 Gemeinden plus Initiativen des Staatlichen Notdienstes, der Polizei, der Polytechnischen Hochschule und der Mediziner;
- mehr als 120 Projektvorschläge wurden insgesamt in der Region erarbeitet, davon bereitet die Region mehr als 100 für die Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine 2027 vor;
- Projektbereiche: Rehabilitation und Medizin, Zivilschutz, Wiederaufbau der Infrastruktur, Wohnraum für Vertriebene, Unterstützung für Veteranen, Bildung, Sport und Kultur;
- Teilnahme von Delegationen aus Estland, Island und dem Europäischen Parlament.
Estnische Investitionen in den Wiederaufbau: ein Kindergarten in Owrutsch und eine Brücke in Malyn
Den eindrucksvollsten Teil des Forumsportfolios bildeten Projekte, die mit dem estnischen Entwicklungszentrum ESTDEV umgesetzt wurden — bereits mehr als 15. Ein modularer Kindergarten in Owrutsch für 160 Plätze, ausgestattet mit einem Schutzraum und Solarpaneelen, kostete 5 Millionen Euro. In Malyn wurde mit Unterstützung von ESTDEV eine durch einen Raketenangriff beschädigte Brücke über den Fluss Irscha grundlegend saniert: Die estnische Seite übernahm 1 Million Euro, also 40 % der Arbeitskosten. Insgesamt hat Estland für derartige Vorhaben in der Region bis 2027 mehr als 75 Millionen Euro bereitgestellt.
Die wesentliche Veränderung, die dieses Format bringt, ist der Übergang von einmaligen Zuschüssen zu einer systematischen Arbeit mit einem Projektportfolio. Eine Gemeinde, die bereits über fertige Projektunterlagen, einen Kostenvoranschlag und einen Finanzierungspartner verfügt, erhält eine reale Chance, zu jenen zu gehören, deren Objekt in naher Zukunft gebaut wird, statt nur eine Zeile in einer Entwicklungsstrategie bis 2027 zu bleiben. Für die Bauwirtschaft ist das ein klares Signal: Hinter solchen Projekten werden konkrete Ausschreibungen, Auftragnehmer und Bauzeitpläne stehen.
Ein Kindergarten mit Solarpaneelen in Owrutsch oder eine sanierte Brücke in Malyn sind keine schönen Zahlen in Berichten, sondern Kinder, die am 1. September ein sicheres Gebäude betreten, und Autofahrer, die nicht mehr nach einer Umleitung um einen zerstörten Übergang suchen müssen. Genau aus solchen Objekten, Projekt für Projekt, setzt sich der Wiederaufbau des Landes zusammen.
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