Am 9. September berief Premierminister Serhij Koretskyj eine Beratung ein, nach der in der Bauwirtschaft eine neue Arbeitswelle anrollen dürfte. Es geht nicht um Versprechen für die Zukunft — die Regierung nannte eine konkrete, nach Posten aufgeschlüsselte Summe: Es handelt sich um Dutzende Milliarden Hrywnja, die direkt in Beton, Bewehrung und technische Schutzbauten für Anlagen fließen, ohne die keine Stadt funktioniert.
Resilienzpläne der Regionen sind keine weitere Papierbezeichnung, sondern ein Dokument, von dem abhängt, ob Umspannwerke, Krankenhäuser und Wasserbetriebe den nächsten Beschuss in diesem Herbst und Winter überstehen. Für lokale Behörden, Energieunternehmen und Bauunternehmer ist das ein Signal: Das Geld ist bereits da, und in den kommenden Monaten wird eine Welle von Ausschreibungen für den technischen Schutz kritischer Infrastruktur über das Land rollen.
Wie viel Geld – und wofür die Resilienzpläne der Regionen eingesetzt werden
Nach der Sitzung des Operativen Koordinierungszentrums für die Umsetzung der Resilienzpläne der Regionen nannte Serhij Koretskyj folgende Zahlen:
- 67,6 Milliarden Hrywnja — die Gesamtfinanzierung, die bereits für die Umsetzung der Resilienzpläne der Regionen bereitgestellt wurde;
- 43,7 Milliarden Hrywnja davon — gesondert für den technischen Schutz kritischer Infrastrukturobjekte, vor allem im Energiebereich;
- 216,32 Milliarden Hrywnja — die Gesamtkosten der Umsetzung der umfassenden Resilienzpläne für Regionen und Großstädte, die zuvor vom Nationalen Sicherheitsrat gebilligt wurden;
- die Kontrolle der Umsetzung wurde dem Energieministerium, dem Ministerium für die Entwicklung der Gemeinden und Territorien sowie der Wiederaufbauagentur übertragen.
Wo Regionen hinterherhinken – und warum das für Bauunternehmen wichtig ist
Koretskyj räumte ein, was Auftragnehmer aus eigener Erfahrung ohnehin wissen: In mehreren Regionen hinkt das Tempo beim Bau von Schutzbauwerken und beim Anschluss von Anlagen den Zeitplänen hinterher, die durch Beschlüsse des Nationalen Sicherheitsrats festgelegt wurden. Mal fehlen Genehmigungen, mal Arbeitskräfte, mal schafft ein Auftragnehmer schlicht die bereits im Frühjahr gesetzte Frist nicht.
Genau deshalb wurden die zuständigen Ministerien angewiesen, die Kontrolle über jedes einzelne Objekt zu verschärfen und nicht nur über die Gesamtstatistik einer Region. Für die Bauwirtschaft bedeutet das schlicht: Auftraggeber werden künftig nicht mehr einen Bericht der Art „Plan zu so viel Prozent erfüllt” verlangen, sondern ein konkretes Abnahmeprotokoll für jedes einzelne Umspannwerk, jeden Schutzraum oder Wasserbetrieb.
Der technische Schutz kritischer Infrastruktur ist keine Abstraktion, sondern ganz physische Dinge: massive Wände rund um Trafostationen, Betonschutzräume für das Personal von Energieanlagen, verstärkte Decken über den Pumpstationen der Wasserbetriebe. Genau in solche Arbeiten fließen die 43,7 Milliarden — und genau deshalb interessieren sie Bauunternehmen, die es gewohnt sind, mit öffentlichen Auftraggebern zu arbeiten und wissen, wie lang der Weg von einem Kabinettsbeschluss bis zu einem echten Vertrag sein kann.
Was diese Milliarden für die Branche schon jetzt verändern
Das am 9. September angekündigte Geld ist keine abstrakte Zahl in einer Haushaltstabelle, sondern reale Ausschreibungen, die den ganzen Herbst über auf Prozorro veröffentlicht werden. Die 43,7 Milliarden für den technischen Schutz kritischer Infrastruktur bedeuten Planung, Erdarbeiten, Betonarbeiten, Montage — genau das, wovon ein mit der öffentlichen Hand arbeitendes Bauunternehmen lebt.
Für die Gemeinden bedeutet es etwas anderes: Bis zum Winter werden Umspannwerke und Heizhäuser über einen echten physischen Schutz verfügen, nicht nur über ein gestempeltes Blatt Papier, das Bereitschaft bescheinigt. Und auch wenn der Weg von bereitgestellten Milliarden bis zum fertigen Schutzraum immer länger ist, als man es sich wünscht — diesmal ist er zumindest klar vorgezeichnet und kontrollierbar.
Der Wiederaufbau des Landes besteht genau aus solchen Entscheidungen — nicht lauten, aber präzisen, bei denen hinter jeder Zahl in einem Kabinettsbeschluss ein konkretes Objekt und eine konkrete Gemeinde stehen, die diesen Winter Licht haben werden.
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Quelle: Ekonomitschna Prawda

